Patientenverfügung und Vorsorgevollmacht für Dummies by Dada Peng

Eine Patientenverfügung und eine Vorsorgevollmacht sind existentiell wichtig, damit im Fall, dass Du Deine Wünsche bezüglich Deines Sterbens nicht mehr aktiv äußern kannst, Deine Angehörigen und die behandelnden Ärzte Deinen Wünschen entsprechend handeln können.

Schritt 1: Mach Dir bewusst was Du in welcher Situation möchtest, wie Du in den verschiedenen Situation leben oder sterben möchtest

Der erste Schritt überhaupt ist sich mit seiner eigenen Sterblichkeit zu befassen, sie anzunehmen und sie zu akzeptieren. Indem Du diesen Artikel liest hast Du ganz offensichtlich bereits damit begonnen. Gratuliere! Das ist für viele Menschen wirklich nicht leicht, aber aus eigener Erfahrung kann ich Dir sagen, es lohnt sich. Es befreit.

Wir müssen unser aller Sterben wie einen Urlaub betrachten, den wir alle irgendwann auf jeden Fall einmal machen werden. Wir alle werden in diesen Urlaub fahren, es weiß nur keiner so genau wann. Aber dass wir fahren ist ganz klar! Und jetzt mal ehrlich, wüsstest Du, dass Du in einen tatsächlichen Urlaub einmal fahren würdest, dann würdest Du den doch jetzt planen, damit Du vorbereitet bist. Wie komme ich dahin, welche Zimmer sind die Schönsten, wie weit ist es bis zum Strand, brauche ich Wanderschuhe, all sowas. Also macht es doch Sinn das Sterben ähnlich anzugehen, es zu planen um dann, wenn es passiert, frei zu sein und sich um ganz viel organisatorisches einfach nicht mehr kümmern zu müssen.

Schritt 2: Rede über Deine Wünsche

Für viele Angehörige ist es sehr belastend, wenn sie nicht ganz klar wissen, was Du Dir für Dein Sterben wünschst. Eine ganz wichtige Frage dabei ist, in wie fern Du lebensverlängernde Maßnahmen in Anspruch nehmen möchtest. Die Aufgabe der Ärzte ist es, Dein Leben so lange wie nur möglich zu verlängern, Dein Leben so lange es geht zu retten. In manchen Fällen ist aber eine Rettung ausgeschlossen. Und somit kann es sein, dass nicht Dein Leben, aber Dein Sterben verlängert wird. Bei diesen Fragen gibt es kein richtig und kein falsch. Was immer Du Dir wünschst ist ok. Es muss nur jemand wissen. Von daher formuliere das Ganze bei Deiner Family und bei Deinen Freunden.

Schritt 3: Formuliere eine Patientenverfügung

Eine Patientenverfügung formuliert ganz detailliert und differenziert Deine Wünsche. Es geht dabei auch um die Frage, ab wann Du beispielsweise palliativ versorgt werden möchtest. Die Palliativmedizin ist in erster Linie zur Linderung Deiner Schmerzen da. Es werden keine Maßnahmen mehr unternommen um Dir bei der Gesundung zu helfen. Es wird sich voll und ganz auf Dein Sterben und auf die Linderung jeglicher Schmerzen konzentriert.

Im Anschluss an den Artikel findest Du sehr hilfreiche Links um Dich im Vorfeld  mit der Patientenverfügung aber auch der Vorsorgevollmacht auseinanderzusetzen.

Schritt 4: Vorsorgevollmacht nicht vergessen

In der Vorsorgevollmacht bevollmächtigst Du eine Person, alle für Dich wichtigen medizinischen und auch sozialen Entscheidungen zu treffen, sofern Du dazu nicht mehr im Stande bist. Möchtest Du in ein Pflegeheim, bist Du Organspender, in welchem Hospiz möchtest Du unterkommen? Alles Fragen, die Du mit dieser Person bereden solltest, auch am besten schriftlich festhalten solltest, damit dieser /diese Bevollmächtigte dann auch Handlungssicherheit hat.

Schritt 5: Die spirituelle Patientenverfügung

Eine spirituelle Patientenverfügung kann dazu genutzt werden, nicht medizinische Wünsche auszudrücken. Magst Du Musik in Deinem Krankenzimmer hören, gibt es Gerüche die Du Dir wünschst, sind Dir Berührungen wichtig? Wer soll an Deiner Seite sein? Auch die Wünsche für Deine Beerdigung sind für Deine Lieben hilfreich.

Schritt 6: Wo sind Deine Unterlagen zu finden

Du kannst in Deine Patientenverfügung auch Deine Vertrauensärzte benennen und das Ganze Dir von Deinem Hausarzt gegenzeichnen lassen. Auch eine notarielle Beglaubigung ist möglich. In allen Fällen ist es wichtig zu kommunizieren, dass Du diese Dokumente verfasst hast und wo sie sind. Nur so kann ein Arzt im Ernstfall auch schnell Deinen Wünschen entsprechend handeln.

Schritt 7: Lebe!

Das Ganze war bei mir ein Prozess. Auch ich habe das tatsächliche Ausfüllen der Dokumente ewig vor mich hergeschoben. Dieser Artikel ist im übrigen keine Rechtsberatung und basiert nur auf meinen persönlichen Erfahrungen. Bei ganz spezifischen Rechtsfragen musst Du unbedingt einen Anwalt konsultieren.

Ich empfand den Vorgang und das Verfassen meiner Patientenverfügung als befreiend. Für mich und auch für diejenigen, die sich um mich kümmern müssten. Jetzt kann der Urlaub kommen und bis dahin lebe ich jeden Tag so, als wäre es mein letzter. Bewusst mit Freude und in Dankbarkeit.

DP

Hier Dada Pengs Video zum Thema:

Hilfreiche Links:

Patientenverfügung Grundlagen https://www.bundesgesundheitsministerium.de/patientenverfuegung.html

Broschüre zum download https://www.bmjv.de/SharedDocs/Publikationen/DE/Patientenverfuegung.html

Gesellschaft für Humanes Sterben e.V. https://www.dghs.de

Vorsorgeregister http://www.vorsorgeregister.de